Die Landmaschine Nummer 1

Traubenvollernter

Alle landwirtschaftlichen Erntemaschinen werden als sogenannte Vollernter bezeichnet. Der Traubenvollernter gehört in die Kategorie Weinbaugeräte und wird – je nach Fabrikat – für die halb- oder auch vollautomatische Traubenernte eingesetzt. Dabei werden die Reben mithilfe dieses Gerätes vom Stock gepflückt und entrappt. Traubenvollernter sind mehr für weitreichende, seichte Weinberge zweckmäßig, denn durch ihren Einsatz entfällt das mühsame, zeitintensive Pflücken mit den Händen.    

Funktionsweise und Vorteile

Ein Traubenvollernter besitzt ein motorisiertes Fahrgestell und eine gabelförmige Rüttelmaschine. Die Rüttelmaschine besteht aus zwei kraftvollen, gepolsterten Stäben oder Zinken. Diese Zinken halten die einzelnen Reben fest.

Die gesamte Pflanze wird dann durch nachhaltiges Vibrieren des Traubenvollernters in kurze ruckartige Schwingungen versetzt. Somit werden die einzelnen Trauben abgeschüttelt. Die gepflückten Weintrauben gelangen zuerst in ein Schuppensystem. Von diesem werden sie in einen entsprechenden Vorratsbehälter befördert.

Moderne Traubenvollernter besitzen behutsame Schüttelsysteme, um die empfindlichen Weinreben bzw. wertvollen Weintrauben nicht zu verletzten oder zu schädigen. Trotzdem bleibt für den erfolgreichen Einsatz eines Traubenvollernters die Qualifikation und Erfahrung des Fahrers entscheidend.

Effizienz der Traubenvollernter

Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Traubenvollernter in der Lage ist, einen 30- bis 40-köpfigen Erntetrupp zu ersetzen. Nicht zuletzt dieser ökonomische Vorteil ist dafür verantwortlich, dass die Erfolgsgeschichte der Traubenvollernter seit 20 Jahren ungebremst ist und sogar noch weiter ausgebaut wird. Denn es wird immer schwieriger, geeignete Arbeiter für eine ordentliche Weinernte zu bekommen.

Die mühsame Suche und der Einsatz der Pflücker sind außerdem kostenintensiv. Darüber hinaus spielt auch der Zeitgewinn eine entscheidende Rolle. Und dabei geht es nicht nur um den Grundsatz „Zeit ist Geld“. Wer schneller alle Trauben abpflückt, hat auch weniger Ausfälle durch Fäulnis. Traubenvollernter sind überdies flexibler im Einsatz. Insofern kann mit einem Traubenvollernter ebenfalls nachts gepflückt werden.

Auch wenn ein Traubenvollernter rentabel ist, so kann er letztendlich den Menschen – gerade was das Sehen und Riechen anbelangt – nicht ersetzen. Für besondere Ernten (z. B. Beerenlese) muss deshalb dennoch auf menschliche Hilfskräfte zurückgegriffen werden.

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