Die Landmaschine Nummer 1

Schneefräse – Schneefräsen

Eine Schneefräse wir auch als Schneeschleuder bezeichnet. Sie kann im Schienenverkehr als auch auf der Straße eingesetzt werden. Häufig findet man Schneefräsen auf Gebirgsstraßen, weil man mit diesen Fahrzeugen große Mengen von Eis und Schnee wegräumen kann.

Arbeitsweise von Schneefräsen

Vergleicht man Schneefräse und Schneepflug, so ist erstgenannte wesentlich wirkungsvoller. So wird der Schnee bei der Schneebeseitigung nicht einfach nur zur Seite geschoben. Bei einer Schneefräse wird der Schnee über ein Schleuderrad gelockert (gefräst), aufgenommen und zum Schluss nach einer Seite in einem großen Bogen wieder aus dem Gerät herausbefördert.


Schneefräsen werden in Geräte mit Schleuderrad und solche mit Frästrommel unterschieden. Bei der Frästrommel handelt es sich eine sich drehende Walze, welche sich vor dem Fahrzeug befindet. Die Achse verläuft im rechten Winkel zur Fahrtrichtung. Über die gesamte Fahrzeugbreite reicht die Trommel, auf der schneckenförmig Lamellen angebracht wurden. Sie erfüllen drei Funktionen:

1. Sie schaben den Schnee ab (Fräsen). Damit die Wirkung noch gesteigert wird, besitzen die Lamellen bei einigen Schneefräsen ein Sägezahnprofil.

2. Sie transportieren den Schnee zum Auswerfer. Ein bis maximal Schneeauswerfer verteilen den Schnee seitlich. Es ist dafür erforderlich, dass der Schnee der gesamten Breite des Fahrzeuges zu dem Auswerfer oder den beiden gebracht wird. Der Transport erfolgt waagerecht. Dabei bilden eine halbseitige Verkleidung der Trommel und der abzufräsende Schneeberg eine Art Rohr.

3. Sie schleudern den Schnee aus dem Schneeauswerfer. Zwei gegenläufige Teilschnecken am Schneeauswerfer bilden die Lamellen eine Schaufel in Form eines U. Hier sammelt sich der Schnee, der dann von der Zentrifugalkraft radial nach außen getrieben wird. Dabei verhindert die Trommelverkleidung des Fliehen des Schnees. Nur an einer Stelle kann der Schnee austreten, nämlich an einer Aussparung in der Verkleidung, genau dort, wo das System in den Schneeauswerfer übergeht.

Große Schneefräsen arbeiten mit Hilfe eines waagerechten Schleuderrades, das den Schnee aufnimmt. Im Schienen- und Bahnverkehr kennt man die Schneefräse auch unter der Bezeichnung Schneeschleuder. Circa zehn schräg gestellte Schaufeln, die ausgewechselt werden können, arbeiten an einer solchen Schneefräse. Senkrecht zur Fahrtrichtung ist eine Trommel befestigt, welche die Schaufeln bewegt.

Geschichte von Schneeschleudern und Schneefräsen

Übrigens gibt es die Schneeschleudern bei der Bahn etwa seit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Solche Schneefräsen wurden zunächst in den Vereinigten Staaten hergestellt. Damals wurden die Räder von Dampfschneeschleudern mit Dampf betrieben, wobei diese keinen meist eigenen Antrieb hatten. Lokomotiven trieben diese Schneefräsen an.

Später gab es dann Dampfschneeschleudern, die über einen eigenen Antrieb verfügen. Solche werden beispielsweiße auf der Beninabahn oder in den schneerichen Regionen der Gotthardbahn oder dem White Pass and Yukon Railway.

Anfang der 40er Jahre baute Henschel die letzten Dampfschneeschleudern. Eine bekannte Schneefräse kann man heute im Verkehrshaus von Luzern bestauenen. Die 1896 hergestellte Xrot 100 (Rotary) der Gotthardbahn wurde 1975 für einen Schneeräumeinsatz gebraucht, da weitere Schneeschleudern aufgrund von Lawinenabgängen nicht vor Ort waren. Das Eisenbahnmuseum in Neustadt an der Weinstraße zeigt ebenfalls eine Dampfschneeschleuder von Henschel, die 1942 gebaut wurde.

Moderne Schneeschleudern, die mit Diesel angetrieben werden, stellt die Firma Beilhack für die ÖBB und die Deutsche Bahn her. Das Kiefersfeldener Unternehmen baut auch Schneefräsen für die Straße. Beachtlich ist die Räumleistung, die 22.000 Tonnen/Stunde beträgt.

Auch für den Hausgebrauch findet man Schneefräsen. Diese sind in der Abteilung Gartengeräte im Baumarkt, beim Fachhändler oder im Internet erhältlich. Sie sind deutlich kleiner und helfen beim Räumen von Gehwegen. Wenn der Schnee nass ist, verstopfen sie leicht. Deshalb sind diese Schneefräsen am besten für lockeren Pulverschnee geeignet.

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