Die Landmaschine Nummer 1

Melkmaschinen und deren Normen

DIN ISO Vorschriften und Normen für Melkmaschinen – Gesundheit der Tiere muss Vorrang haben

Melkarbeit und Melktechnik beeinflussen maßgeblich die Milchqualität und die Eutergesundheit.
Deshalb ist größter Wert auf Dimensionierung und Funktion der Melkanlage zu legen.
Als Grundlage dafür dienen die DIN ISO 5707 (Dimensionierung und Leistung) und die DIN ISO 6690
(Überprüfung von Melkanlagen).
In der DIN ISO 5707 sind alle nötigen Mindestanforderungen für die optimale Funktion von Melkmaschinen enthalten. Melkanlagen, die nach diesen Richtlinien ausgelegt sind, ermöglichen einen schonenden Milchentzug für die Kühe. Die Auswirkungen mangelhaft funktionierender Melkanlagen können vielfach sein: hohe Zellzahlen, Mastitiden, schlechtes Ausmelken, Haftungsprobleme, Hyperkeratosen (Strichkanalausstülpungen), Unruhe der Tiere beim Melken, Ringbildungen an Zitze und Euterbasis und vieles mehr.

Melkzeug
Die Form, Größe und Gestaltung der Milchsammelstücke hat sich im Laufe der Zeit wesentlich
verändert. Ideal sind Sammelstücke, welche die ermolkene Milch zügig ableiten und Milchstau bzw. Rückfluss der Milch verhindern. Die Belüftungsdüse im Milchsammelstück bewirkt, dass die Milch abtransportiert wird. Um einen effektiven Milchtransport vom Sammelstück zu ermöglichen und gleichzeitig eine übermäßige Verwirbelung der Milch zu vermeiden, muss der Lufteintritt mindestens 4 l/min betragen und darf bei Nennbetriebsvakuum nicht größer als 12 l/min sein. Die Lufteintritte im Milchsammelstück sollen so angeordnet sein, dass unnötige Turbulenzen in der Milch vermieden werden, um die Entstehung freier Fettsäuren zu begrenzen. Sämtliche Leitungsquerschnitte vom Schauglas bis zum langen Milchschlauch haben einen Einfluss auf den Milchtransport.
Bei großem Milchfluss sind große Leitungsquerschnitte nötig, da zu kleine Leitungen von der Milch verlegt würden. Dadurch kann sich das Vakuum nicht mehr zum Melkzeug ausdehnen und die Melkzeuge können nicht mehr am Euter haften. Der lange Milchschlauch soll so kurz wie möglich gestaltet sein, um einen unnötigen Vakuumabfall zu verhindern. Es sollten Vorkehrungen getroffen werden,dass der lange Milchschlauch aufgrund des direkten Zuges oder der dauernden Belastung am Milcheinlassstutzen nicht abflacht und dadurch den Milchfluss behindert.
Das Melkzeug sollte gleichmäßig unter dem Euter hängen und alle Zitzen gleich belasten. Durch die vom langen Milchschlauch verursachten negativen Hebelkräfte kann man am besten
mit Melkzeughalterungen entgegenwirken.

Pulsation
Der Pulsator steuert das Melken durch zyklische Vakuumbewegungen.
Man unterscheidet zwischen Wechseltakt- und Gleichtaktpulsation. Bei den Wechseltaktpulsationen wird eine Pulszahl im Bereich von 60 Zyklen/min mit einem Verhältnis von Saugphase zu Entlastungsphase von 60 zu 40 Prozent angestrebt. Die Tendenz der großen Melkanlagenhersteller geht eher zu längeren Saugphasen und damit verbunden kürzeren Entlastungsphasen.

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