Die Landmaschine Nummer 1

Archiv für April, 2012

Technik auf dem Bauernhof 2012

Welcher Landwirt möchte vor dem Ankauf einer neuen landwirtschaftlichen Maschine nicht sicher sein, dass das ausgewählte Gerät auch tatsächlich dem eigenen Bedarf und den Erfordernissen entspricht?

Die in der Landwirtschaft benötigten Maschinen und Geräte reichen von Mähgeräten, Heuwerbegeräte (Kreiselheuer, Kreiselschwader), Ladewagen für Transporter und Traktor, Kipper, Düngemittel- und Miststreuer, Pressen und Presswickelkombinationen, Maisballenpressen, von Maschinen und Geräte der Graserntetechnik über Saatbaugeräten bis Waldbearbeitungsmaschinen wie Seil- und Zugwinden.

Landwirte sollten sich vor dem Kauf genau über den technischen Stand und die Leistungsfähigkeit der Maschinen informieren und sich deren Einsatz in der Praxis vorführen lassen. So können die Geräte verschiedener Fabrikate und Baugrößen untereinander verglichen werden, wie z.B. die Abmessungen und die Transportbreiten, die einstellbaren Arbeitsweisen, die erforderlichen Zapfwellenleistungen, die saubere Zett- und Schwadarbeit, der extreme Hangeinsatz der Spezialmaschinen im Berggebiet, verschiedene Grundeinstellungen von Mäh- und Heuwerbemaschinen aber auch Gerätegewichte, welche unter bestimmten Umständen auch Auswirkungen auf die Zugmaschine und zur Bodenverdichtung haben können. Ganz besonders wichtig ist dabei die richtige Kombination von Motorleistung und Arbeitsleistung, um den Treibstoff möglichst gut einzusetzen.

Häufig sind defekte Maschinen auch die Ursache für schwere Unfälle. Besonders bei der Bewirtschaftung steiler Wiesen und im Wald sind funktionsfähige Traktoren und Maschinen eine Voraussetzung, um das Unfallrisiko zu minimieren. Doch leider sind viele Maschinen in der Landwirtschaft und ihr Einsatz nicht sicher: Aus Unwissenheit oder Nachlässigkeit, aus Mangel an technischen Kenntnissen, aus Gründen der Unachtsamkeit oder weil das Geld für die Wartung fehlt, werden nicht zwingend notwendige Reparaturen und Instandhaltungen gerne aufgeschoben – oft mit fatalen Folgen.

Geräteträger sind Multitalente
Diese landwirtschaftlichen Geräte, welche für verschiedenste Arbeiten eingesetzt werden können, bringen Kostenvorteile im Vergleich zur Anschaffung mehrerer Spezialgeräte. An ein und demselben Geräteträger lassen sich die unterschiedlichsten Geräte für die Heuernte (Mähgeräten, Heuwerbegeräte, usw.), Geräte für Waldarbeiten, den Winterdienst oder für den Gartenbau usw. anbringen.
Der universelle Einsatz erfordert aber in einigen wichtigen Punkten Kompromisse. So muss die Motorleistung auf das Gerät mit der größten Antriebsleistung abgestimmt werden und ist so z. B. für das Mähen überdimensioniert.
In Summe betrachtet bedeuten die Kompromisse mehr Gewicht, was vor allem im Steilhang massive Auswirkungen auf das Handling der Maschinen hat. Bis zu welcher Steilheit sich eine Maschine überhaupt sicher einsetzen lässt, entscheidet vor allem das Gewicht und dessen Verteilung.

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Landmaschinenmessen 2012

Die Agrialp 2012 am 07. – 11. November 2012 in Bozen

Das Wochenende vom 07. bis 11. November werden auch heuer wieder zahlreiche Besucher nutzen, um Informationen über die neuesten technischen Entwicklungen in Sachen Landmaschinen einzuholen.

Gut 40.000 Besucher informierten sich bei der letzten Landmaschinenmesse im Jahr 2011 bei über 390 Ausstellern aus dem In- und Ausland über Marktneuheiten auf der Messe. Die Besucher der Alpenländischen Landmaschinenmesse in Bozen kamen zu 69,5 Prozent aus allen Südtiroler Landesteilen, zu 16 Prozent aus dem Trentino und zu 10,5 Prozent aus anderen Regionen Italiens. Aus dem Ausland reisten vier Prozent der Befragten an, besonders aus Deutschland und Österreich.

Vielfältiges Angebot
Interessierte Waldbesitzer informierten sich über aktuelle Modelle von Motorsägen, Junglandwirte über neue Traktoren und Erntemaschinen, u.a.m.
Am Stand der Bergbauernberatung gibt es zahlreiche Tipps für die tägliche Praxis. Rund 75 Prozent der Besucher geben an, die Messe aus beruflichen Gründen zu besuchen und am meisten gefragt sind der Ausstellungsbereich Obst- und Weinbau, gefolgt von den Lade- und Transportgeräten sowie anderen technischen Hilfsmitteln.

Zufriedene Aussteller
Zufriedene Gesichter gab es bei der letzten Agrialp 2011auch bei den 390 Ausstellern zur Genüge zu sehen. Sie haben die Plattform der Agrialp genutzt, um sich und ihre Angebote dem interessierten Fachpublikum vorzustellen. Diese Messe ist ein wichtiges Marketinginstrument in der Landwirtschaftsbranche und eine optimale Plattform, die Produktpalette einem breiten Publikum vorzustellen und neue Kontakte zu knüpfen.

Die Wirtschaftskrise könnte 2012 verstärkt Wirkung zeigen, fürchten einige führende Händler landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte. Gerade deshalb ist ihnen die Präsenz auf den verschiedenen Landwirtschaftsmessen wichtig: Hier können sie Produkte und Neuheiten abseits vom typischen Verkaufsgespräch vorstellen. Hier können sie auch die Kontakte aktiv pflegen, möglichen negativen Entwicklungen in der Zukunft entgegenwirken und sich gegen Konkurrenten und aggressive Mitbewerber behaupten.

Weitere internationale Landmaschinenmessen 2012 sind die Agri Historica bei Sinsheim in Deutschland (28.04.2012-29.04.2012), die Landwirtschaftsmesse Agro bei Kiew in der Ukraine (08.06.2012 – 10.06.2012), die Norddeutsche Landwirtschafts- und Verbrauchermesse Norla bei Rendsburg in Norddeutschland (30.08.2012 – 02.09.2012) oder die Internationale Fachmesse für Landwirtschaft Agraia bei Wels in Österreich (29.08.2012 – 02.09.2012).

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Melkmaschinen und deren Normen

DIN ISO Vorschriften und Normen für Melkmaschinen – Gesundheit der Tiere muss Vorrang haben

Melkarbeit und Melktechnik beeinflussen maßgeblich die Milchqualität und die Eutergesundheit.
Deshalb ist größter Wert auf Dimensionierung und Funktion der Melkanlage zu legen.
Als Grundlage dafür dienen die DIN ISO 5707 (Dimensionierung und Leistung) und die DIN ISO 6690
(Überprüfung von Melkanlagen).
In der DIN ISO 5707 sind alle nötigen Mindestanforderungen für die optimale Funktion von Melkmaschinen enthalten. Melkanlagen, die nach diesen Richtlinien ausgelegt sind, ermöglichen einen schonenden Milchentzug für die Kühe. Die Auswirkungen mangelhaft funktionierender Melkanlagen können vielfach sein: hohe Zellzahlen, Mastitiden, schlechtes Ausmelken, Haftungsprobleme, Hyperkeratosen (Strichkanalausstülpungen), Unruhe der Tiere beim Melken, Ringbildungen an Zitze und Euterbasis und vieles mehr.

Melkzeug
Die Form, Größe und Gestaltung der Milchsammelstücke hat sich im Laufe der Zeit wesentlich
verändert. Ideal sind Sammelstücke, welche die ermolkene Milch zügig ableiten und Milchstau bzw. Rückfluss der Milch verhindern. Die Belüftungsdüse im Milchsammelstück bewirkt, dass die Milch abtransportiert wird. Um einen effektiven Milchtransport vom Sammelstück zu ermöglichen und gleichzeitig eine übermäßige Verwirbelung der Milch zu vermeiden, muss der Lufteintritt mindestens 4 l/min betragen und darf bei Nennbetriebsvakuum nicht größer als 12 l/min sein. Die Lufteintritte im Milchsammelstück sollen so angeordnet sein, dass unnötige Turbulenzen in der Milch vermieden werden, um die Entstehung freier Fettsäuren zu begrenzen. Sämtliche Leitungsquerschnitte vom Schauglas bis zum langen Milchschlauch haben einen Einfluss auf den Milchtransport.
Bei großem Milchfluss sind große Leitungsquerschnitte nötig, da zu kleine Leitungen von der Milch verlegt würden. Dadurch kann sich das Vakuum nicht mehr zum Melkzeug ausdehnen und die Melkzeuge können nicht mehr am Euter haften. Der lange Milchschlauch soll so kurz wie möglich gestaltet sein, um einen unnötigen Vakuumabfall zu verhindern. Es sollten Vorkehrungen getroffen werden,dass der lange Milchschlauch aufgrund des direkten Zuges oder der dauernden Belastung am Milcheinlassstutzen nicht abflacht und dadurch den Milchfluss behindert.
Das Melkzeug sollte gleichmäßig unter dem Euter hängen und alle Zitzen gleich belasten. Durch die vom langen Milchschlauch verursachten negativen Hebelkräfte kann man am besten
mit Melkzeughalterungen entgegenwirken.

Pulsation
Der Pulsator steuert das Melken durch zyklische Vakuumbewegungen.
Man unterscheidet zwischen Wechseltakt- und Gleichtaktpulsation. Bei den Wechseltaktpulsationen wird eine Pulszahl im Bereich von 60 Zyklen/min mit einem Verhältnis von Saugphase zu Entlastungsphase von 60 zu 40 Prozent angestrebt. Die Tendenz der großen Melkanlagenhersteller geht eher zu längeren Saugphasen und damit verbunden kürzeren Entlastungsphasen.

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