Die Landmaschine Nummer 1

Archiv für November, 2008

Hanomag

Das hannoversche Unternehmen Hanomag ist heute sicher Vielen aufgrund seiner Trecker oder Personenkraftwagen in Erinnerung. Dabei wurden zu Beginn der Firmengeschichte vorwiegend Dampfmaschinen und Lokomotiven produziert. Daneben liefen ab 1905 auch Kraftfahrzeuge vom Band der Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft. Erst 1912 sollte die Herstellung von Landmaschinen über eine Tochterfirma beginnen.

In erster Linie wurden vor allem Motorpflüge produziert. Erst 1925 erschien das Trecker-Modell R 26 auf dem Markt und nur 2 Jahre später der R 28. Mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 brachen auch für Hanomag schwere Zeiten an, das Unternehmen stand kurz vor der Übernahme durch die Vereinigten Stahlwerke AG. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts brachen auch für den Maschinenbauer aus Hannover wieder bessere Zeiten an. Die Einführung luftbereifter Räder führte zu einer wesentlichen Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten von Traktoren und ermöglichte so das Fahren auf Straßen und Wegen, was mit den eisernen Rädern vorher unmöglich war.

So konnten die Schlepper auch als echte Zugmaschinen eingesetzt werden. Die damalige Reichsregierung unter Adolf Hitler drängte die Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen dazu, auch Modelle für den Einsatz in kleineren Familienbetrieben zu entwickeln. Hanomag präsentierte daraufhin den RL 20, dem weitere Modelle in den Vorkriegsjahren folgen sollten. Während des Krieges verließen vorwiegend Rüstungsgüter die Produktionshallen in Hannover, sogar Teile für U-Boote wurden hier produziert.

Wie überall in Deutschland versuchte man auch bei Hanomag, nach Kriegsende so schnell wie möglich in ein geordnetes Leben zurück zu finden und begann wieder mit der zivilen Produktion, wozu auch die verschiedenen Traktormodelle zählten. Im Lauf der Zeit wurden immer wieder neue Fahrzeuge entwickelt, die mehr oder weniger erfolgreich verkauft wurden. Ende der 1960er bzw. Anfang der 1970er begann der Abstieg des traditionsreichen Unternehmens. 1970 wurde die Produktion von Trecker eingestellt und Hanomag konzentrierte sich auf die Herstellung von Baumaschinen, sollte aber auch in diesem Bereich keinen langfristigen Erfolg verzeichnen und wurde 1989 durch den Baumaschinenhersteller Komatsu übernommen.

 

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Deutz

Die Firma Deutz zählt sicher zu den traditionsreichen deutschen Unternehmen, die Trecker und andere Landmaschinen in größeren Stückzahlen produzieren. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1864 von Eugen Langen und Nicolaus A. Otto, den berühmten Erfinder der nach ihm benannten Verbrennungsmotoren, in Köln.

Das Werk lag ursprünglich in der Altstadt, zog aber bereits fünf Jahre später nach Deutz um. Im Lauf der Firmengeschichte wurde mehrfach der Namen geändert. Ursprünglich fertigte die Deutz AG vorwiegend Motoren, was auch heute noch zum Kerngeschäft des Unternehmens gehört. Mit dem Bau landwirtschaftlicher Zugmaschinen begann Deutz um das Jahr 1905, allerdings ließen Erfolge in der Trecker-Produktion bis 1928 auf sich warten. Mit dem MTZ220 ging ein für die Feldarbeit geeigneter Trecker in Serie, das bis ins Jahr 1936 von den Produktionsbändern lief und eine Stückzahl von mehreren Tausend erreichte.

Der große Wurf gelang schließlich mit dem F2M315 Traktor, den die Bevölkerung aufgrund seines Aussehens auch Stahlschlepper nannte und von dem über 10.000 Exemplare über die Felder des Deutschlands rollten. Eines der berühmtesten Traktor Modelle aus dem Hause Deutz ist sicher der F1M414, der unter anderem auch als Elfer-Deutz bezeichnet wird und sich aufgrund seines relativ geringen Preises auch für die Mechanisierung kleinerer Betriebe eignete. Ausgerüstet mit einem Mähbalken als Zubehör konnte dieser Trecker viele unterschiedliche Aufgaben erfüllen und wurde bis 1951 in einer Stückzahl von fast 20.000 Exemplaren gefertigt.

In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg kamen noch verschiedene Trecker Serien hinzu, von denen der Agrofarm und Agrotron zu den neuesten Modellen zählen. KHD verkaufte 1995 die Landmaschinenproduktion an das italienische Unternehmen Same, welches inzwischen auch den wichtigsten Aktionär der Traditionsfirma ist und Traktoren unter der ursprünglichen Bezeichnung Deutz Fahr weiterproduziert.

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